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Bedarfsplanung2. Juni 2026· 7 Min. Lesezeit

Netstock einführen: von Bauchgefühl zu datenbasierter Bedarfsplanung

Überbestand und Fehlmengen gleichzeitig – das klassische Dilemma im Einkauf. Mit einer sauberen Datenbasis aus JTL und einem systematischen Forecast lässt es sich auflösen.

Viele Händler kennen das paradoxe Bild: Im Lager liegt Kapital in Form von Ladenhütern, während ausgerechnet die Schnelldreher regelmäßig ausverkauft sind. Beides hat dieselbe Ursache – Bestellmengen und -zeitpunkte beruhen auf Erfahrung und Bauchgefühl statt auf Daten. Genau hier setzt ein Bedarfsmanagement-System wie Netstock an.

Warum Excel irgendwann an Grenzen stößt

Mit Excel lässt sich vieles abbilden – bis das Sortiment wächst. Bei hunderten oder tausenden Artikeln wird die manuelle Pflege von Reichweiten, Lieferzeiten und Saisonalität unübersichtlich und fehleranfällig. Die Tabelle bildet außerdem meist nur einen Stichtag ab, nicht die Dynamik aus Nachfrageschwankung und Wiederbeschaffungszeit.

Was Netstock eigentlich macht

Netstock baut auf deinen Verkaufsdaten auf und berechnet für jeden Artikel die zentralen Steuergrößen:

  • Absatzprognose (Forecast): erwartete Nachfrage auf Basis der Historie, inklusive Trend und Saisonalität.
  • Sicherheitsbestand: der Puffer, der Nachfrage- und Lieferzeitschwankungen abfängt – abgeleitet aus dem gewünschten Servicegrad.
  • Bestellpunkt & Bestellmenge: wann nachbestellt werden muss und wie viel, unter Berücksichtigung von Wiederbeschaffungszeit und Mindestabnahmemengen.
  • Klassifizierung (ABC/XYZ): Artikel werden nach Umsatzbedeutung und Nachfragestabilität gruppiert, damit Aufmerksamkeit dorthin geht, wo sie zählt.

Die Datenbasis aus JTL

Ein Forecast ist nur so gut wie seine Eingangsdaten. Aus JTL Wawi kommen dafür die entscheidenden Größen: Absatzhistorie je Artikel, aktuelle Bestände, Lieferanten mit Wiederbeschaffungszeiten und Mindestbestellmengen sowie offene Bestellungen. Bevor das System produktiv geht, lohnt sich deshalb ein ehrlicher Blick auf die Stammdatenqualität – falsche Lieferzeiten oder unsaubere Lieferantenzuordnungen verfälschen jede Planung.

Einführung in fünf Schritten

  • 1. Daten anbinden: Absatz-, Bestands- und Lieferantendaten aus JTL nach Netstock übertragen.
  • 2. Sortiment klassifizieren: ABC/XYZ aufsetzen, um Wichtiges von Nebensächlichem zu trennen.
  • 3. Servicegrade definieren: festlegen, wie lieferfähig welche Artikelgruppe sein soll – 98 % für A-Artikel, weniger für Langsamdreher.
  • 4. Parameter justieren: Lieferzeiten, Mindestmengen und Bestellrhythmen realistisch hinterlegen.
  • 5. Iterieren: Vorschläge prüfen, mit der Realität abgleichen, nachschärfen. Bedarfsplanung ist ein laufender Prozess, kein einmaliges Projekt.
Worauf es ankommt: Der Servicegrad ist eine bewusste Geschäftsentscheidung. 100 % Lieferfähigkeit klingt gut, kostet aber überproportional viel Kapital. Die Kunst liegt darin, je Artikelgruppe das wirtschaftlich sinnvolle Niveau zu wählen.

Fazit

Netstock ersetzt nicht das Wissen deines Einkaufs – es macht es skalierbar. Die Routine übernimmt das System, die Aufmerksamkeit der Menschen geht an die Ausnahmen. Das Ergebnis: weniger gebundenes Kapital, höhere Lieferfähigkeit und Entscheidungen, die sich begründen lassen.

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Bestände im Griff behalten

Ob Erstaufsatz oder Feinjustierung einer bestehenden Netstock-Installation – ich unterstütze bei Datenanbindung, Klassifizierung und Parametrisierung.

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